Ungewöhnlich viele Last-Minute-Meldungen für das Elitefeld des Generali Berliner Halbmarathons haben zur Folge, dass die Konkurrenz für den deutschen Rekordhalter Amanal Petros (Hannover 96), der vor einem Jahr in Berlin die nationale Bestzeit auf 59:31 Minuten geschraubt hatte, am kommenden Sonntag deutlich stärker sein wird als noch vor einigen Wochen vermutet. Das Rennen ist der traditionell hochklassigste und größte Halbmarathon in Deutschland.
Der kenianische Youngster Michael Temoi ist inzwischen der schnellste Läufer auf der Startliste. Der 20-Jährige gewann am 1. März in seinem ersten Rennen über die genau 21,0975 km lange Distanz sensationell den Rom-Ostia-Halbmarathon in 58:00 Minuten. Damit hatte er den Streckenrekord des Weltklasseläufers Sabastian Sawe – der Kenianer ist der aktuelle Sieger des Berlin-Marathons – gebrochen. Zwar handelt es sich bei dem Rennen in Italien um eine Punkt-zu-Punkt-Strecke, so dass die Zeiten nicht in die offiziellen Bestenlisten übernommen werden, doch das schmälert die Leistung von Temoi nicht.
Neu im Berliner Starterfeld ist ebenfalls einer der stärksten europäischen Straßen- und Bahnläufer: Dominik Lobalu hat eine Bestzeit von 59:12 Minuten. Der 27-Jährige ist der amtierende 10.000-m-Europameister und der Olympia-Vierte über 5.000 m von 2024. Im Februar lief Lobalu bereits einen exzellenten Halbmarathon: In Barcelona war der aus Süd-Sudan stammende Läufer Zweiter in 59:26 Minuten.
Im nationalen Spitzenfeld sind Nils Voigt (TV Wattenscheid/Bestzeit: 61:35) und Sam Parsons (SCC Berlin/Debüt) hinzugekommen.
Einen prominenten Zugang gibt es auch bei den Frauen: Auf der Startliste steht jetzt die amtierende Halbmarathon-Europameisterin Chloe Herbiet. Die Belgierin, die den Titel 2025 in Leuven (Belgien) gewann, hat eine Bestzeit von 70:04 Minuten. Ihr persönlicher Rekord im Marathon von 2:20:38 Stunden deutet aber darauf hin, dass sie sich in Berlin deutlich steigern kann. Die Äthiopierin Likina Amebaw ist mit ihrer Bestzeit von 64:44 Minuten weiterhin die schnellste Läuferin im Feld. Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics/Bestzeit: 67:28) und Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg/68:08) führen das nationale Frauenfeld an. Hier ist Eva Dieterich (LAV Stadtwerke Tübingen/68:26) neu hinzugekommen.
Text: Jörg Wenig
Foto: SCC EVENTS / Sebastian Wells
