Zwei starke Jahresweltbestzeiten waren die Höhepunkte bei der 25. Auflage des Dubai-Marathons. Die Äthiopier Nibret Melak und Anchinalu Dessie gewannen das Jubiläumsrennen mit 2:04:00 beziehungsweise 2:18:31 Stunden. Der Sieg von Melak war umso bemerkenswerter, weil er in Dubai sein Debüt über die 42,195 km lief. Damit setzte er eine im Elite-Marathon einmalige Serie fort, denn bereits zum sechsten Mal in Folge gewann ein Debütant aus Äthiopien das Männerrennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Insgesamt und inklusive der Frauen-Rennen gab es nun in der Geschichte des Dubai-Marathons schon elf Siege von Debütanten auf der superflachen Strecke. Bei sehr guten Wetterbedingungen wurde der Äthiopier Yasin Haji in 2:05:52 Zweiter vor John Hakizimana, der mit 2:06:04 einen Landesrekord für Ruanda aufstellte.
Anchinalu Dessie hatte sich erst kurzfristig noch zu einem Start in Dubai entschieden. Als eine der Letzten gemeldet, war sie mit einer deutlichen persönlichen Bestzeit von 2:18:31 als Erste im Ziel. Ihre Landsfrauen Muliye Dekebo und Fantu Worku belegten die Plätze zwei und drei in 2:18:43 beziehungsweise 2:19:08. Damit hatte das Rennen bei Männern und Frauen auch eine sehr gute Breite in der Spitze. Die Sieger erhalten jeweils ein Preisgeld von 80.000 US-Dollar.
Nach einer schnellen und vielversprechenden Halbmarathon-Durchgangszeit von 62:07 Minuten ging der letzte Tempomacher nach 25 km aus dem Rennen. Danach wurde das Tempo zunächst verschleppt. Doch gut zehn Kilometer vor dem Ziel ergriff der 26-jährige Nibret Melak die Initiative. Mit einem sehr schnellen Kilometerabschnitt von 2:52 setzte er sich aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe ab und baute seinen Vorsprung in der Folge noch deutlich aus.
„Ich war sehr gut vorbereitet und es war immer mein Ziel, mein Marathon-Debüt zu gewinnen“, sagte Nibret Melak, der in Addis Abeba zur Trainingsgruppe von Marathon-Olympiasieger Tamirat Tola gehört. Die Gruppe von Coach Gemedu Dedefo gilt als derzeit stärkste der Welt. „Mein großes Ziel in der weiteren Zukunft ist es, den Marathon-Weltrekord zu brechen“, erklärte Nibret Melak, der in Dubai die drittschnellste je bei dem Rennen gelaufene Zeit einstellte. Zum Streckenrekord fehlten am Ende nur 26 Sekunden. Im Ziel feierte Nibret Melak gemeinsam mit dem zweitplatzierten Yasin Haji, der einer seiner Trainingspartner ist.
Auch das Frauenrennen war von Beginn an schnell. Geführt von Tempomachern, erreichte die sechsköpfige Spitzengruppe den 10-km-Punkt nach 33:08 Minuten und passierte dann die Halbmarathon-Marke nach 69:27. Im letzten Teil des Rennen konnte sich Muliye Dekebo zunächst von ihrer Trainingspartnerin Anchinalu Dessie – beide werden ebenfalls von Gemedu Dedefo betreut – lösen. Doch dann litt die Führende plötzlich unter Magenproblemen und wurde an der 40-km-Marke noch von Anchinalu Dessie überholt. Die erst 23-jährige Dessie lief in Dubai zum größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere.
„Ich dachte immer, dass ich am Ende noch gewinnen könnte“, sagte Anchinalu Dessie, die nun bei allen ihren drei Marathonrennen als Siegerin ins Ziel gelaufen ist. Vor knapp einem Jahr gewann sie ihr Debüt in Sevilla mit 2:22:17. Im November folgte ein Sieg in Peking mit 2:26:08. In Dubai steigerte sich Anchinalu Dessie nun um fast vier Minuten und erreichte die sechsschnellste Zeit, die je in Dubai gelaufen wurde.
Ergebnisse, Männer:
- Nibret Melak ETH 2:04:00
- Yasin Haji ETH 2:05:52
- John Hakizimana RWA 2:06:04
- Molalign Fantahun ETH 2:06:48
- Gizealew Ayana ETH 2:06:48
- Jiregna Geleta ETH 2:06:57
- Berehanu Tsegu ETH 2:07:13
- Gadissa Tafa ETH 2:07:51
- Dechasa Alemu ETH 2:08:21
- Belay Bezabeh ETH 2:08:23
Frauen:
- Anchinalu Dessie ETH 2:18:31
- Muliye Dekebo ETH 2:18:43
- Fantu Worku ETH 2:19:08
- Tiringo Mulu ETH 2:21:12
- Maritu Ketema ETH 2:21:25
- Askale Alemaheyu ETH 2:22:56
- Aberash Shilima ETH 2:23:04
- Fantu Shugi ETH 2:23:29
- Elifinesh Demise ETH 2:23:30
- Abebech Afework ETH 2:23:52
Text: Jörg Wenig
Fotos: Dubai Marathon
